Aktuelle Informationen zum Erdbeben

Jetzt Reise planen

Reisetagebuch: Roadtrip durch den Süden Marokkos in 6 Tagen

Blog, Nicht kategorisiert, Reisebericht
Reisetagebuch: Roadtrip durch den Süden Marokkos in 6 Tagen

Reisetagebuch: Roadtrip durch den Süden Marokkos in 6 Tagen

Tag 1: Marrakesh – Entspannung im Riad

Als wir am Flughafen in Marrakesh ankamen, sind wir direkt zu unserer Autovermietung „Select a car“ gegangen. Sie befinden sich auf dem großen Parkplatz vor der Ankunftshalle. Wir haben den Vertrag unterschrieben und alle wichtigen Papiere erhalten. Ich musste nur meinen deutschen Führerschein vorzeigen, einen internationalen braucht man also nicht. Dann habe ich Fotos und Videos vom Auto gemacht und geguckt, ob es schon irgendwo Dellen oder Ähnliches hat. 

Dann ging das Abenteuer los – wir mussten in unser Riad in Marrakesh fahren. Der Verkehr in Marrakesh ist wirklich sehr stressig. Ich bin schon öfters selbst hier gefahren, aber dieses Mal hat es Samir glücklicherweise übernommen. Wir sahen, dass unser Tank fast leer ist und wollten gerade bei einer Tankstelle einbiegen, doch konnten wir nicht abbiegen, weil genau vor uns ein Scooter-Unfall passiert ist – keine Seltenheit in Marrakesh. Also mussten wir hoffen, dass unser Sprit noch bis zum Riad ausreicht. Unser Riad befand sich in der Medina (= Altstadt) – das bedeutet also, dass man mit dem Auto nicht bis zur Unterkunft vorfahren kann. Wir suchten uns also auf Google Maps einen Parkplatz heraus, der in der Nähe war und fuhren dahin. Es ist ein bewachter Parkplatz, für den man 70 DH (7 Euro) für einen Tag zahlt. Von da aus mussten wir dann noch 400m zu unserem Riad gehen. Wenn man viel Gepäck dabei hat, kann es anstrengend werden – deswegen nicht zu viel mitnehmen. 

Dann fanden wir die schwere Holztür – den Eingang zu unserem versteckten Paradies. Sehr herzlich wurden wir von dem Besitzer des Riads begrüßt und natürlich gab es erstmal einen leckeren Tee und ein paar Kekse. Wir befanden uns neben einem kleinen Pool, was sehr typisch in Riads ist. Über dem Pool hingen gigantische Lampen. Ich wusste gar nicht, wo ich als Erstes hinschauen sollte, weil es überall so liebevolle Details gab, so viel Handarbeit – genau das liebe ich an Marokko.

Wir haben uns direkt umgezogen und sind in den Whirpool gegangen. Erstmal entspannen und ankommen! Uns wurde ein Eiskaffee gebracht und ich habe mich wie eine Prinzessin gefühlt. So ein Gefühl kann man nur in Riads haben. Später bekamen wir ein leckeres 3-Gänge-Menü serviert und anschließend machten wir noch einen Spaziergang durch das Zentrum von Marrakesh. 

Tag 2: Marrakesh -> Aït-Ben-Haddou – Ouarzazte -> Agdz (ca. 300km)

Nachdem wir wie ein Baby geschlafen haben, wurden wir mit einem leckeren Frühstück verwöhnt. Dann ging unser Abenteuer los! Ab in unser Auto und los ging es Richtung Ait-Ben-Haddou. Zuerst war es stressig, in Marrakesh Auto zu fahren, aber kurz nachdem wir Marrakesh verlassen haben, wurde die Strecke ziemlich aufregend und schön. Es ging über den Tizi N‘ Tichka-Pass durch sehr schöne und abwechslungsreiche Landschaften und wir vergaßen die Zeit dabei. Es ging immer höher und höher, bis wir am höchsten Punkt ankamen, wo wir einen kleinen Stopp einlegten. Dann ging es wieder nach unten und als wir dann in Ait Ben Haddou ankamen, waren wir ganz ausgehungert. Wir aßen eine leckere Linsensuppe und eine Köfta-Platte.

Dann besichtigen wir die alte Lehmfestung von früher und gingen bis nach ganz oben. Es war super heiß – ich will mir gar nicht vorstellen, wie es dort im Juni/Juli oder August ist. Die Aussicht war aber atemberaubend – auf den Bergen sah man sogar Schnee. Nachdem wir wieder unten waren, setzten wir unsere Fahrt wieder fort. Wir fuhren durch Ouarzazate und kamen dann nach 1,5 Wochen in Adz an.

Unsere Unterkunft war mal wieder eine richtige Wohlfühloase: ein Bio-Garten mit selbst angebautem Gemüse, Obstbäumen und einer Hängematte. Wir machten dann noch einen Spaziergang durch den Ort, der sehr untouristisch ist. Das war wirklich sehr interessant. Die Leute schauten uns auch alle an und sagten uns „Hallo“. Ich beobachtete Frauen und Kinder, die etwas auf ihrem Kopf transportierten, Männer in einem Kreis auf dem Feld sitzend und spielten, eine Frau, wie sie ihr Kind mit einem Tuch hinten auf dem Rücken trug und endlose Kinder, die mit ihrem Esel umherfuhren und etwas transportierten. Es war eine ganz andere Welt! Abends aßen wir dann eine super leckere Tajine, die super frisch war und fielen ins Bett. Die Nacht war etwas anstrengend, weil uns Mücken ärgerten.

Tag 3: Agdz -> Zagora –> Mhamid -> Erg Chegaga (ca. 200km)

Nach einem leckeren Frühstück starteten wir unsere Fahrt nach Zagora. Als wir nach zwei Stunden dort ankamen, suchten wir uns einen Ort, wo wir eine Pause machen konnten und Kaffee trinken konnten. Wir tankten wieder kurz Energie und haben noch etwas unsere Füße vertreten. Wir entdeckten einen heiligen Ort der Moslems und Samir unterhielt sich mit den Leuten. In solchen Momenten würde ich auch so gerne Amazigh sprechen können, damit ich deren Kultur und Religion noch besser verstehen könnte. Aber Samir versucht immer, mir es zu übersetzen.

Dann unterhielten wir uns noch mit Abdou, einem netten Herren, dem ein kleiner Shop dort gehörte. Er konnte sehr gut französisch, also konnte ich auch mit ihm reden. Er war super bescheiden und sagte: „Ich brauche nicht viel im Leben. Ich brauche nur etwas Essen für meine Familie und mich, denn ich habe Allah. Wir kommen mit nichts auf die Erde und gehen wieder mit nichts.“ Er erklärte mir, wie er jeden Tag mit seiner Gebetskette zu Gott betete und weil er so ein gutherziger Mann war, kauften wir ihm noch ein Tuch und eine Gebetskette ab, um ihm eine Freude zu machen. Dann setzen wir unsere Fahrt wieder fort und den nächsten Stopp machten wir in dem kleinen Dorf Tamegroute, welches bekannt für die grüne Keramik ist. Wir kauften ein paar Keramikschalen und ich sah ein paar Kindern zu, wie sie die Keramik fleißig bemalten. An vielen Orten ist es hier Gang und gebe, dass Kinder schon arbeiten, was mir irgendwie immer wieder ein bisschen im Herzen wehtut, aber hier ist es ganz normal.

Anschließend fuhren wir weiter nach Lhamid, wo wir im Sahara Service Hotel schon herzlich empfangen worden sind. Youseff, unser Wüsten-Guide, wartete schon auf uns und wir gaben ihm unseren Autoschlüssel und die Papiere, da wir unser Auto dort ließen und dann in Youseffs 4×4 stiegen. Davor aßen wir noch Mittag in diesem schönen Hotel und ruhten uns kurz aus. 

Mit einem kleinen Rucksack mit Klamotten für eine Nacht stiegen wir dann in Youseffs Auto und das große Abenteuer ging los! Es ging in die Wüste! Was ich vorher nicht so genau wusste, ist, dass der Weg nochmal ganze 3 Stunden dauern wird! Es huckelte ganz schön, aber die Landschaften waren einmahlig. Youseff erklärte uns viel, wir sahen Sträuße und Nomaden, die irgendwo mitten in der Wüste wohnten. Es gab sogar Pflanzen mitten in der Wüste – das war echt spannend.

Gegen 18.30 Uhr kamen wir im Wüstencamp an. Es war wunderschön und mitten im Nichts! Wir duschten uns schnell ab, weil wir uns super warm war und dann warteten schon die Dromedare auf uns, mit denen wir noch weiter in Dünen hinenreiteten. Kurz bevor die Sonne unterging, machten wir einen Stopp und liefen durch den Sand. Plötzlich machte uns Youseff ein Zeichen, dass wir zu ihm kommen sollten und es war ein wunderschönes Picknick für uns aufgebaut, was eine Überraschung für uns war. Oliven, Pistazien, Nüsse, Getränke auf einer bunten Decke aufgebaut mit Kissen. Einen romantischeren Sonnenuntergang kann man sich nicht wünschen.

Es fühlte sich unreal an. Danach fuhren wir zum Camp zurück und steckten kurz im Sand fest. Die Jungs mussten die Reifen vom Sand befreien, ich hatte kurz Angst, aber Samir meinte, es sei ganz normal. Als wir im Camp angekommen sind, gab es leckeres Essen und dann gab es noch ein Lagerfeuer mit einer Trommelshow. Ich war noch so aufgedreht und lief die Dünen noch hoch und runter. Wir waren weit und breit die einzigen. Dann machten Samir und ich ein Wettrennen, wer zuerst oben auf der Düne ist und plötzlich sah ich etwas super Helles im Himmel! Es war eine unglaublich riesige und helle Sternschnuppe – es sah schon wie ein Komet aus. Ich wünschte mir etwas und glücklich fielen wir ins Bett. Es war super warm im Zelt und ich habe kurz überlegt, draußen zu schlafen, aber dann fielen meine Augen schon zu..

Tag 4: Erg Chegaga -> Foum Zguid -> Tata (ca. 140km)

Um 5.45 Uhr klingelte der Wecker schon. Wir sprangen schnell auf, gingen aus dem Zelt und sahen die Sonne hinter den Dünen aufgehen. Wir tranken einen warmen Tee und Youseff begrüßte uns. Wir aßen etwas Kleines und stiegen in sein Auto ein. Wir wollten die lange Fahrt schaffen, bevor es zu warm wurde.

Also ging es los! Das Gute war, dass wir heute einen anderen Weg zurück genommen haben – so hat man nochmal andere Landschaften gesehen, was wirklich super interessant war. Man hat sich manchmal wie im Grand Canyon in Amerika gefühlt! Wir sind sogar an Cafés vorbeigefahren, die es mitten der Wüste gab und die für die Nomaden dort errichtet worden sind. Mein Lieblingsmoment war, als wir eine Gazelle gesehen haben. Youseff entdeckte sie mit seinen guten Augen und seinen guten Kenntnissen über die Wüste. Als er sie sah, verfolgte er sie super schnell, sodass wir sie einholten und nochmal von richtig nah sehen konnten. Es war quasi wie ein Wettrennen mit der Gazelle, aber sie war schneller – das hat mich wirklich beeindruckt, mit was für einer Geschwindigkeit sie durch diese kahle Landschaft gelaufen sind.

Mein anderes Highlight war, als wir Aicha besuchen gefahren sind. Sie ist eine Nomadin und wohnt mitten in der Wüste. Aus dem Bild seht ihr ihr Haus. Wir haben mit ihr einen Tee getrunken und Samir hat sich mit ihr unterhalten. Was für eine starke und mutige Frau, so alleine mitten in der Wüste zu leben!

Nach ca. 3 Stunden mussten wir uns von Youseff verabschieden. Wir waren zurück in Foumid, wo uns Said (ein Kollege von Youseff) unser Auto schon hingebracht hatte. Was für ein praktischer Service! 

Wir tranken einen Kaffee in dem kleinen Ort und setzten unsere Fahrt fort. Wir mussten ca. 1,5 Stunden nach Tata fahren. Auf dem Weg machten wir noch einen Stopp bei einem kleinen Wasserfall in einem kleinen Dorf, wo es gar keine Touristen gab. Ein paar Kinder sahen uns und sprachen uns an. Sie wollten unbedingt, dass ich etwas auf deutsch sage, weil sie noch nie deutsch gehört hatten. Dann haben sie nach Kleingeld gefragt und wir gaben ihnen 50 Cent. Sie waren überglücklich, haben sich ganz oft bedankt und sind ganz aufgeregt zum Kiosk gelaufen, um sich ein paar Bonbons zu kaufen. Das war schön sie zu sehen, wie dankbar sie über so wenig waren!

Als wir dann später in Tata ankamen, war wir sehr kaputt und haben uns nur in unserem wunderschönen Hotel mit Pool ausgeruht. Abends haben wir dort noch lecker gegessen und ein Bier getrunken.

Tag 5: Tata -> Tamarout (200km)

Nach einem leckeren Frühstück ging unser Roadtrip weiter. Heute hatten wir ca. 4-5 Stunden Fahrt durch das Antiatlas-Gebirge vor uns – über menschenleere Wege, fernab vom Massentourismus. Die Landschaften waren sehr steinig, aber an jeder Stelle unterschiedlich. Manchmal sahen die Steine schon so aus, als ob sie ein Regenbogen wären – das war echt faszinierend! Wir fuhren und fuhren und sahen endlose Weite. Manchmal sahen wir Schafs- oder Ziegenherden oder ganz viele süße Kamele. Wir fuhren durch ganz kleine authentische Dörfer und hielten manchmal an, um ein bisschen Obst zu kaufen oder einen Kaffee. Es hat sehr viel Spaß gemacht, die Strecke zu fahren. Es gab immer wieder etwas zum Staunen und zwischendrin machten wir einen kurzen Stopp, um ein Berber-Omelette zu essen. Als wir dann in Tamarout ankamen, entspannten wir uns im Pool unserer wunderschönen Unterkunft „Dar Ajgal“, die sich mitten im Anti-Atlas-Gebirge befand. Wir waren wirklich mitten im Nichts und genossen die Ruhe. Abends waren wir noch auf der großen Dachterasse und bewunderten den schönen Sonnenuntergang über den Bergen!

Tag 6: Tamarout -> Tamraght (160km)

Leider mussten wir heute schon wieder zurück nach Hause. Nach einem leckeren Frühstück ging es über das Antiatlas-Gebirge und Tiznit zurück nach Tamraght. Die Fahrt war super entspannt. Als wir in Tamraght ankamen, war schon jemand von der Autovermietung da, der uns in Empfang nahm und uns das Auto abnahm. Was für ein super Service! Endlos glücklich packten wir unsere Koffer aus. Das war eine Reise, die wir nie vergessen werden! So endlose Weite, so endlose Freiheit. Und wieder ein mal haben wir uns noch mehr in Marokko verliebt. Shukran!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Beiträge könnten Dich auch interessieren

  1. Blog, Nicht kategorisiert, Reisebericht
    Tag 1: Marrakesh – Entspannung im Riad Als wir am Flughafen in Marrakesh ankamen, sind wir direkt zu unserer Autovermietung „Select a car“ gegangen. Sie befinden sich auf dem großen Parkplatz vor …
  2. Blog, Tagebuch
    Tag 1: Samstag, 22. November: Ankunftstag Heute ging die große Reise los. Um 13 Uhr ging es für mich mit einem Bus von CTM nach Marrakesh. Die Reise dauerte 3 Stunden und war ganz entspannt. Als ich a…
  3. Blog, Reisetipps
    Taghazout – ein Ort, der schwierig mit Worten zu beschreiben ist. Ein Ort, der dich mit seiner Magie sofort verzaubern lässt. Ein Ort, an dem die Zeit still steht und das Leben schön ist.  Vielleicht …
  4. Reisebericht
    Zwischen dem Hohen Atlas, den unendlichen Weiten der Sahara und den kulturellen Schätzen des Südens entfaltete sich für uns eine Reise voller Kontraste und Erlebnisse. Vom 11. bis 23. Oktober 2018 ent…
  5. Reisebericht
    Liebes „Dein – Marokko“ -Team, erstmal ein ganz herzliches Dankeschön (tin mart igoudan) für die -wieder einmal- großartig gelungene Gestaltung dieser Reise, sowohl im Vorfeld als auch während d…
  6. Reisebericht
    Liebes Dein Marokko-Team, wir sind gestern wieder aus Agadir zurück nach Berlin gereist und möchten gleich die Gelegenheit nutzen ein Feedback für Eure Webseite zu schreiben. Wir haben mit Euch die 10…

Jetzt Kontakt aufnehmen!
Wir beraten Dich gerne!

Deine Anfrage wurde erfolgreich gesendet.

Wir melden uns in Kürze bei Dir.

Ihre Anfrage wurde
erfolgreich gesendet!

Sie werden per E-Mail benachrichtigt, sobald
wir Ihre Anfrage bearbeitet haben.